Eisenbahn in Ostafrika – Wirtschaftsgespräch in Berlin
Heute fand in Berlin in den Räumen des Afrika Vereins der deutschen Wirtschaft ein Wirtschaftsgespräch unter dem Thema “Eisenbahn in Ostafrika” statt. Eingeladen hatten der Afrika Verein und als Referent Herr Dr. Tobias Heinemann, CCO/CMO der Rift Valley Railways Ltd (RVR).
Thema war u.a. die Renaissance der Bahnlinie von Mombasa über Nairobi nach Kampala. In einem ambitionierten und nach eigenen Angaben durchfinanziertem Programm versucht RVR die Tonnage auf der Strecke in den nächsten Jahren mindestens zu verdoppeln [mehr].
Das soll unter anderem durch folgende Maßnahmen erreicht werden
- Streckensanierung
- Aufarbeitung vorhandener Lokomotiven und Wagons
- Neuanschaffung von Lokomotiven und Wagons
- Einführung eines effizienten Betriebssystems
Darüber hinaus gehört noch die Pakwachlinie zu der 25-Jahre-Konzession der RVR. Diese Linie führt von Tororo über Gulu nach Pakwach. Derzeit noch nur mit einer maximalen Achslast von 13 t zu befahren, würde sie sich nach einer Ertüchtigung für den Transport von Erdöl eignen, das in Uganda gefunden wurde und bald gefördert wird. Strategisch interessant ist, dass die Station Gulu nur ca. 250 km von Juba, der Hauptstadt des Südsudan entfernt ist und sich damit als Ausgangspunkt für eine Erschließung des Südsudan in Frage kommt. Auch von dort werden zukünftig erhebliche Mengen Erdöl erwartet, deren Transport ohne die Querung des Sudan noch ungeklärt ist.
Insgesamt konnte Herr Dr. Heinemann den anwesenden 20 Wirtschaftsvertretern deutlich machen, welches Potenzial die RVR hat. Für zukünftige Ausschreibungen von Leistungen für die Gleise, die Fahrzeuge oder die Projektierung von Ausbaumaßnahmen durch die RVR konnten an diesem Vormittag Vertreter der deutschen Wirtschaft interessiert werden. Damit hat das Wirtschaftsgespräch seine Aufgabe voll erfüllt.


